Kunst & Kultur

"Kulturarbeit in der Provinz"

Der Kulturkreis Uelzen ist seit vielen Jahren Mitglied in der INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen).
Dieser Verband vertritt maßgeblich das deutschsprachige Theatergeschehen in der Fläche und versteht sich als erster Ansprechpartner in allen diesbezüglichen kulturpolitischen Fragen auf allen politischen Ebenen.
Wir glauben, dass es von Interesse ist, unsere Mitglieder in großen Zügen mit den Leitlinien unserer Interessenvertretung vertraut zu machen:
Die INTHEGA ist ein anerkannter Berufsverband, der Theaterveranstalter ohne eigenes Ensemble, der seine Mitglieder in vielfältiger Weise unterstützt…
• Die Tagungen der INTHEGA, jeweils im Frühjahr und im Herbst, bieten die Möglichkeit, Informationen von ausgewählten Referenten zu verschiedenen Themen und Informationen über aktuelle Entwicklungen zu erhalten. Die Begegnung der Mitglieder und der Erfahrungsaustausch untereinander sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Tagungen…
Wichtiger Bestandteil der beiden jährlichen Tagungen sind die großen Theatermärkte, auf denen hauptsächlich Tourneetheater und Landesbühnen über ihr umfangreiches Angebot informieren.
Kulturarbeit für die Provinz
Angesichts wachsender Tendenzen zur Zentralisierung des Kulturgeschehens ist es vorrangiges Ziel der INTHEGA, für eine eigenständige Kultur-, insbesondere Theaterarbeit in der sogenannten Provinz einzutreten. Schon die kulturelle Tradition der Bundesrepublik zeigt, dass es gerade die Provinz war, die innovative kulturelle Prozesse keinesfalls nur nachvollzogen, sondern initiiert hat. Die Beispiele Weimar, Anhalt Dessau, Coburg, Berg und viele andere belegen dies eindrucksvoll. Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, tritt die INTHEGA nachdrücklich dafür ein, dass eigenständige Theaterarbeit in der Fläche auch zukünftig möglich ist.
Politische Einmischung
Die INTHEGA mischt sich aktiv in die Kulturpolitik ein. Sie unterstützt kleine und mittlere Kommunen in ihrem Anspruch auf eine eigene Kulturarbeit, insbesondere im Bereich der Darstellenden Künste. Dabei versteht die INTHEGA sich hier gerade auch als Anwältin für ein angemessenes Gleichgewicht zwischen dem Kulturangebot in der Breite und dem der Metropolen. Diese Aufgabe wird begleitet durch ständige Präsenz und Einfluss im Deutschen Städtetag. Hier hat die INTHEGA im Kulturausschuss ständigen Gaststatus. Eine wichtige politische Aufgabe ist es, in diesem Zusammenhang für eine ausreichende öffentliche Grundfinanzierung des Theaterangebots einzutreten.
Lebendiges Kulturereignis
Gastspieltheater bietet allabendlich Premieren, bietet qualifizierte Ensembles, die entweder für jede Produktion zusammengestellt werden oder in denen für ein besonderes Theaterereignis eine feste Bühne als Gast auftritt. Damit müssen sich Gastspieltheater nicht den Zwängen eines festen Ensembles an ihren jeweiligen Häusern unterwerfen. Die Spielpläne können wesentlich vielseitiger und flexibel gestaltet werden und trotzdem gibt es das hautnahe originäre Theatererlebnis.
Kulturelle Bildung/Kinder- und Jugendtheater
Eine der vordringlichsten Aufgaben ist es, alles zu tun, Kindern und Jugendlichen das vielgestaltige Kulturgeschehen unserer Gesellschaft zu erschließen. Nur durch ein frühzeitiges Heranführen an die Künste, an Musik und Theater, können aus Kindern und Jugendlichen kreative
Menschen werden, die in der Lage sind, das kulturelle Geschehen als Bereicherung ihres Lebens zu erkennen.
Theater als Schulfach/Lehrer als Partner der Theater
Die INTHEGA unterstützt die ästhetische Bildung
an den Schulen.
• Sie fordert die Entwicklung von Bildungsstandards für Kunst, Musik und Theater und tritt insbesondere ein für die bundesweite Einführung des Faches Darstellendes Spiel /Theater in sämtlichen Schulstufen- und formen. In der Kooperation mit den Bildungsträgern kommt den Lehrern als Mittler zwischen Schule und Theater eine besonders wichtige Rolle zu. Durch regelmäßige Theaterbesuche können Sie ihren Schüler die reiche Formensprache des Theaters vermitteln. So kann Theater für das junge Publikum zu einer „Schule des Sehens“ werden.
• Das Theater lebt! Deshalb muss dem Theater auch in der Provinz nachhaltig die Zukunft geebnet werden, um der Forderung, dass Kultur Lebensmittel für alle sein soll, auch hier gerecht zu werden. Zukünftige, in der Provinz lebende Generationen haben ebenfalls Anspruch auf kulturelle Gleichberechtigung.

Georg Lipinsky - Ingo Becker -
Ute Lange-Brachmann - Birgit Alpers-Meyer